{"id":7794,"date":"2008-04-22T19:40:35","date_gmt":"2008-04-22T17:40:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.horvath.ch\/de\/?p=7794"},"modified":"2021-07-30T20:17:20","modified_gmt":"2021-07-30T18:17:20","slug":"schweizer-praezision","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/horvath.ch\/de\/schweizer-praezision\/","title":{"rendered":"Schweizer Pr\u00e4zision"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"press\">Horvaths Hybrid-Serie:\r\nNullwind-Drachen von HQ<\/h2>\r\n\r\n<hr class=\"double\" \/>\r\n\r\n<div class=\"press article-summary\">\r\n\r\nGenial einfach, oder doch einfach genial? Die Drachen des Schweizers Thomas Horvath sind nur schwerlich in irgendeine Kategorie zu pressen. Einleiner? Oder doch Lenkdrachen? Keinesfalls waren sie bis dato Massenware, denn er fertigt seine Collections liebevoll in Z\u00fcrich per Hand \u2013 und das mit der \u00fcblichen Schweizer Pr\u00e4zision.\r\n\r\nSo blieben Horvath-Drachen lange Zeit ein erlesenes Sahnest\u00fcckchen f\u00fcr einen erlesenen Pilotenkreis. Doch die Zeiten \u00e4ndern sich, und mit der Hybrid-Serie aus dem Hause Invento kommt nun so etwas wie der \u201eVolks-Horvath\u201c auf den Markt.\r\n\r\nText: Ralf Dietrich\r\n\r\n<\/div>\r\n\r\n<hr class=\"triple\" \/>\r\n\r\n\u201eEin Hybrid\u201c ist dabei die blanke Untertreibung \u2013 es sind gleich drei Drachen, die von Thomas entworfen und unter dem Label HQ gefertigt werden: n\u00e4mlich der Hybrid 130, der 200 und der 240. Allen drei Drachen gemein ist die Form, der Unterschied liegt alleine in der Spannweite. Und \u00fcber letztere gibt der Name zweifelsfrei Auskunft. Schon beim Auspacken aus der Tasche merkt man, f\u00fcr was dieser Drachen gedacht ist: Indoor-, Nullwind- und Thermikfl\u00fcge.\r\n\r\nF\u00fcr die Verstabung hat man Kohlefaserrohr verwendet, wobei auch hier auf das Gewicht geachtet wurde.So sind die Fl\u00fcgelst\u00e4be nicht etwa nur gemufft, nein, sie laufen zu ihrem Ende hin mit einem d\u00fcnneren Stab aus. Aufgespannt wird das ganze Konstrukt durch einen dritten Kohlefaserstab, der, unter Spannung gew\u00f6lbt, auf der Luv-Seite des Drachens sitzt. Das Segel besteht aus leichtem Icarex und kommt in einer Kombination aus schwarzen und wei\u00dfen Paneelen daher. Auf dem unteren Paneel wurden zudem Sicherheitshinweise und die Modellbezeichnung aufgedruckt.\r\n\r\nDie Stabtaschen bestehen aus stabilerem Spinnaker, die Flatterkante ist mit leichtem Saumband versehen und im Bereich der Nasen- und Schwanzspitze sind kritische Stellen mit leichtem Dacron verst\u00e4rkt. S\u00e4mtliche N\u00e4hte wurden mit einer sehr sauberen, dreifachen Zickzacknaht ausgef\u00fchrt, der Stoff\u00fcberschuss im Bereich der zusammengen\u00e4hten Segelpaneele ist vorbildlich, Kett und Schuss wurden beachtet.\r\n\r\n<section class=\"m\">\r\n<figure style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/horvath.ch\/wp-content\/uploads\/hybrid-240-hero.jpg\" alt=\"Nullwinddrachen hybrid-240 mit Silber-Print auf dem Segel.\" width=\"640\" height=\"320\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Es waren 3 Drachen erh\u00e4ltlich: Hybrid 130, 200 und 240. Die Zahlen sind die jeweiligen Spannweiten in cm. Siebdruck in Silber auf dem schwarzen Icarex-Panel.<\/figcaption><\/figure>\r\n<\/section>\r\n\r\nAlles in allem erzielen die Hybride in der Baubewertung eine absolute Topplatzierung. So und nicht anders hat ein Leichtwinddrachen auszusehen, und h\u00e4tte Thomas Horvath mit seinen synergetischen Drachen nicht schon eine eigene Klasse kreiert, dies hier w\u00e4re unser Referenzexemplar f\u00fcr alle Folgemuster.\r\n\r\nWie so oft stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, ob sich dieser positive Eindruck auch in der Praxis bew\u00e4hrt. Aufgebaut sind die Hybride am Strand oder auf der Wiese recht schnell. Einfach die Au\u00dfenst\u00e4be zusammengeschoben und den Spreizstab in Position gesetzt, und schon kann es losgehen. Und bei drei Windst\u00e4rken stehen die Drachen auch wie angenagelt am Himmel.Aber sollen sie das? Klare Antwort hierauf: Nein! Das ist definitiv die falsche Windgeschwindigkeit f\u00fcr diesen Drachentypus! Spa\u00dfig wird es erst bei Null-Wind. Richtig gelesen \u2013 bei Flaute. Wo andere Drachen frustriert in der Drachentasche verschwinden, kommt die gro\u00dfe Stunde der Horvaths.\r\n\r\nEine wichtige Voraussetzung sei an dieser Stelle gleich genannt: Nicht nur Drachen und Drachenflieger m\u00fcssen eine Einheit bilden, auch die Wahl der richtigen Flugschnur ist eminent wichtig. Unsere gute Einleiner-Allzweckwaffe \u2013 die DacronSchnur \u2013 lassen wir mal lieber in der Tasche. Zum Einsatz kommen sollten dagegen leichte, dehnungsarme Spectra-Schn\u00fcre (Dyneema in Europa), da nur hiermit pr\u00e4zise Kontrolle \u00fcber den Drachen ausge\u00fcbt werden kann.Und just dies ist es, was den Hybrid so faszinierend macht \u2013 er ist ein Einleiner, doch gleichzeitig auch ein Lenkdrachen! Der Drachen ist schnell auf H\u00f6he gebracht, sei es durch einen Hand- oder einen Hochstart. Hier angekommen, hei\u00dft es zun\u00e4chst, den Hybrid beobachten, denn ohne Wind f\u00e4ngt er garantiert bald mit irgendeiner Bewegung an.\r\n\r\nUnd richtig! Die Nase bewegt sich ein wenig vom Piloten weg, sanfter Zug auf der Leine \u2013 der Drachen bewegt sich schr\u00e4g zum Piloten. Jetzt ein kurzer, knackiger Impuls \u2013 der Drachen f\u00e4ngt an, sich um seine eigene Achse zu drehen. Flatspins nennen das wohl die Kollegen von der Zappeldrachen-Fraktion \u2013 aber hallo! Das macht ja richtig Spa\u00df! Warten, bis die Nase vom Piloten weg zeigt, die Schnur kurz angebremst und gleich wieder l\u00f6sen \u2013 der Drachen beginnt zu segeln. Und das nicht etwa mit einem f\u00fcrchterlichen Gleitwinkel, nein, der Hybrid gleitet und gleitet und gleitet.Jetzt macht es pl\u00f6tzlich Sinn, wenn auf der Spule 200 Meter und mehr drauf sind. Am Ende die Schnur kurz einbremsen, Impuls geben \u2013 der Drachen richtet sich auf, Schnur einholen und wupps \u2013 der Hybrid schie\u00dft steil in den Himmel. Mann, warum hat nicht jemand so etwas Geniales schon viel fr\u00fcher erfunden!\r\n\r\nAch doch, ja \u2013 das hat ja schon jemand. Thomas Horvath fertigt in seiner Drachenschmiede custom made Drachen, wie beispielsweise den Long Way Home, an. Auf der Drachenwiese wurden wir oft nach den Unterschieden zwischen Long Way Home und Hybrid gefragt, doch so einfach ist die Frage nicht zu beantworten.Der Long Way Home ist viel aufw\u00e4ndiger gefertigt, hier ist die Rede von einem Spitzenprodukt zu einem Spitzenpreis. Der Hybrid ist ebenfalls ein Spitzenprodukt, jedoch mussten im Hinblick auf einen allgemeinvertr\u00e4glichen Preis gewisse Abstriche beim Aufbau in Kauf genommen werden. So hat das Segel eine etwas \u00f6konomischere Form, die Bestabung ist nicht bis in den letzten Winkel gewichtsoptimiert und auch auf Details, wie unterschiedliche Stabtaschen, wurde beim Hybrid verzichtet.\r\n\r\nDer Hybrid ist also nicht so hochgez\u00fcchtet, was durchaus seine Vorteile hat. Er ist dadurch n\u00e4mlich auch nicht so abh\u00e4ngig von einer optimalen Trimmung und verzeiht Anf\u00e4ngerfehler vortrefflich. In der Tat haben wir bei unseren Tests des 200 und 240 zu keinem Zeitpunkt die Waageneinstellungen ver\u00e4ndern m\u00fcssen.Einziger Unterschied zwischen den beiden Drachen: der 200 scheint ein wenig agiler zu sein als sein gro\u00dfer Bruder, w\u00e4hrend dieser eher majest\u00e4tisch seine Runden zieht. Bei absolutem Null-Wind war der 240 unser klarer Liebling, w\u00e4hrend wir bei einer Windst\u00e4rke dann lieber den 200 aus der Tasche holten.\r\n\r\nUnd noch ein Punkt soll an dieser Stelle angesprochen werden: Einige zeigten sich wenig begeistert von den auf dem Segel aufgedruckten Sicherheitshinweisen. Nun ist dies sicherlich eine Geschmacksfrage und vom Entwickler des Drachens so gewollt. So ganz verstehen k\u00f6nnen wir die Aufregung indes nicht, denn zum einen sieht man die Hinweise nicht mehr, wenn der Drachen am Himmel steht, zum anderen gab es in der deutschen Geschichte bereits einen Drachen, bei dem ganz bewusst Aufbau und Sicherheitshinweise auf das Segel gedruckt wurden. Die Rede ist vom guten, alten Roloplan, dem ohne solch einen Hinweis wohl etwas fehlen w\u00fcrde.\r\n\r\nAlso, egal ob mit Aufdruck auf dem Segel oder ohne \u2013 ran an den Hybrid! Die Zeiten, in denen Drachenflieger bei Flaute frustriert D\u00e4umchen drehten, sind definitiv vorbei. Mit dem Hybrid der Horvath-Collection ist ein Drachen auf dem Markt, der seinesgleichen sucht. Super in der Verarbeitung, preislich interessant und in der Luft einen Spa\u00dffaktor mit Suchtpotenzial bietend.\r\n\r\nSo m\u00f6chten wir am den geistigen Vater des Hybrids, Thomas Horvath, zu Wort kommen lassen. Auf die Frage, was er den Piloten seiner Drachen mit auf den Weg geben m\u00f6chte, hat er geantwortet: \u201eHorvath Drachen sind Autoren-Drachen, sie haben viel Pers\u00f6nliches eingebaut: im Konzept, der Umsetzung und f\u00fcr den Anwender prim\u00e4r in der Flugcharakteristik. Man muss sich auf sie einstellen, ausloten, was m\u00f6glich ist, und ein gewisses Engagement einige Zeit durchziehen, um dann durch Thermikfl\u00fcge, steigende Flatspins und eleganten Flug belohnt zu werden.\u201c Dem haben wir nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen.\r\n\r\n<hr class=\"triple\" \/>\r\n<p class=\"press\">Der Artikel erschien im Fachmagazin \"kite and friends\" 5 | 2008, Ralf Dietrich ist ein international t\u00e4tiger Dachenexperte, Autor und Gr\u00fcndungsmitglied des Drachenfestes Fan\u00f6.<\/p>\r\n<p class=\"press\">Die drei Nullwind-Drachen Hybrid 130, 200, 240 werden heute nicht mehr hergestellt, sie waren wegen des mehrstufigen Vertriebs f\u00fcr den Massenmarkt knapp zu teuer. Trotzdem wurden weltweit sehr viele davon verkauft. Einige wenige meinen: die Panels zeigen ein H.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ralf Dietrich \u00a9 2008<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"class_list":["post-7794","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-press"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/horvath.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/horvath.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/horvath.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/horvath.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/horvath.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/horvath.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7794\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/horvath.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/horvath.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}